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Rundbrief No 2

Autor: LanriannaPeters | Datum: 25 Juni 2016, 19:46 | 1 Kommentare

Dumelang rotle gape! Wieder einmal: Hallo alle zusammen! :)

Zwei Drittel meines Freiwilligenjahres sind inzwischen vorbei. Sieben Monate. Und gut drei Monate sind seit meinem letzten Rundbrief vergangen. Drei ereignisreiche Monate voller Erlebnisse, Aktionen, Überraschungen.

Wie soll ich nur all mein Leben auf ein paar Seiten Papier euch näher bringen? – Das ist schon eine Challenge an sich, aber ich probiere es:

In diesem Rundbrief will ich euch die Bedeutung der Kirche in mein Leben vor Ort veranschaulichen.

Was bedeutet es gläubig zu sein?

Wie wird mein Glauben ausgelebt?

Was für Einfluss hat der Glauben auf mein soziales Leben?

In meinem ‚alten‘ Leben in Stade wurde Gläubigsein größtenteils belächelt. Sei es familiär noch in der Schule noch im Freundeskreis – Oft wurde alles dann wissenschaftlich beurteilt und Gott als eine Illusion gesehen.  Diese Ansicht hat zu genügend Diskussionen geführt, erstrecht, wenn behauptet wurde, dass die Kirchen ‚Geldeinsammler‘ seien. Dass die Kollekten meist zum gutem Zwecke, z.B. für gemeinnützige Organisationen, genutzt werden, wurde oft nicht geglaubt oder mit einer abwürfigen Handbewegung belächelt. Und dieser Unglaube scheint tendenziell immer mehr zu wachsen. Warum nur? Ist es so absurd seine Hoffnung und Liebe in etwas Übernatürliches zu stecken? ... Fragen über Fragen häufen sich... Und die meisten Fragen sind unbeantwortbar... 

Aber nicht überall in der Welt wird Gott vernachlässigt und belächelt:

      ELCB:

Evangelical Lutheran Church of Botswana

Drei Bischöfe bisher gehabt: momentan Bischof Letlhage

1986 gegründet

Pastorin: Moruti Kaartze von ELCB Gabane

24.2.2008 Kgothatso Orpan Care gegründet

- Preschool

- ‚Lifeskills‘ mittags

Hier in der ELCB werden Gott, Jesus und der Heilige Geist groß gefeiert und gepriesen. Diese neue Perspektive auf Kirchenleben hat mir die VEM ermöglicht. Und diese Erfahrung ist unbezahlbar.

 

Zum Einstieg erstmal drei Auffälligkeiten:

  1.    Die Kirche gehört zur Persönlichkeit. Meist, wenn man jemanden Neues kennenlernt, wird als erstes gefragt: „Zur welcher Kirche gehörst du?“ Einem Religionslosen bin ich hier bisher noch nicht begegnet.
  2.    Der Glaube wird nicht oberflächlich, sondern vertieft gelebt. Gott ist ein wichtiger Teil der Lebens. Er wird als Problemlöser in schweren Zeiten gesehen, aber auch als Richter bzw. Wegweiser, wenn etwas nicht 100% nach Plan verläuft.
  3.    Kirche ist lebhafter. Tanz, Gesang, Trommelmusik, Gejohle und viele strahlende Gesichter gehören zu normalen Gottesdiensten dazu.

 

Kurz: Kirche ist ein Spaßfaktor und Hoffnungsträger zugleich! Und als ein Kirchenmitglied der jeweiligen Kirche präsentiert man sich auch nach außen. Ich gehöre zur ELCB. Evangelical Lutheran Church of Botswana. Ich bin Teil des Jugendchores. Und diese Jugendgruppe repräsentiert ELCB-Gabane z.B. auf Kirchenkonzerten oder Allnightprayersessions.

 

In diesem Punkt will ich Euch einen kleinen Einblick in mein Kirchenchorleben geben:

 

Die Konzerte werden zum Fundraisingzwecke (20Pula/pp – 1,70€) gehalten. Auf drei solcher Konzerte war ich schon: ELCB-Gabane, ELCB-Gabarone und St.Peters-Choir in Gabane.

Von diesen Dreien war der für mich unvergesslichste Konzert unser eigenes Konzert am 3.April. Es war das aller erste Konzert im Jahr 2016 und wir waren die Hosts.

‚Triumph Triumph Victoria‘ war das Thema, welches an Jesus Auferstehung von den Toten und an Himmelfahrt erinnert. Passend dazu haben wir uns edel gekleidet: Mädchen ein figurbetonendes schwarzes Kleid und schwarze Highheels und Jungs einen dunkelblauen Anzug.

Kirchenkonzerte unterscheiden sich in ein Punkt zu normalen Konzerten: Andere Chöre können mit einer kleinen Anmeldegebühr ebenfalls vorsingen.

Das hat dazu geführt, dass wir eine Summe von P4789,55 zusammen gekriegt haben, welches in Jugendaktivitäten wie Registrationsfees, Tripcontributions, Muttertag etc einfließt.

Dieses erfolgreiche Konzert war das zweite große Event im Jahr 2016. Das erste Event war das ‚Eastercamp‘ (24.-28.3.) . Ein Camp, das ich in mein Leben niemals vergessen werde! Ein Camp, das ohne ELCB nicht existert hätte!

Diese paar wenige Tage waren vielfältig, spaßig und eine total neue Erfahrung für mich: Früh morgens Aerobics und Morning Devotion, viele Gottesdienste, Präsentationen, Spiele, Quiz, gutes Essen – Fokus auf den Glauben!... ‚We are one body of Christ‘– 1. Corinthians 12:12 – war unser Eastercamp-Motto. Das wurde kombiniert mit dem Film ‚War Room‘. Wir haben aus dem Musikraum ein eigenes ‚War Room‘ kreiert - ein Raum zum Beten, zum Beruhigen, zum Nachdenken.

Zum Nachdenken haben auch die Präsentationen über die 95 Thesen, Reflexion der Stille vor der Osternacht und Zusammenhalt als ein Körper angeregt.

Am meisten hat mich aber die Osternacht fasziniert. Um 20Uhr hat der Gottesdienst angefangen und die gesamte Nacht durch angedauert. Mir schien es einbisschen endlos zu Anfang, da ich leider eine Erkältung eingefangen haben und alle Kraft aufbringen musste, meine Augen offen zu halten. Doch um Mitternacht schien der Heilige Geist in die Kommunion zu geraten:

Lebhafter laute Gesang.

Jesus Auferstehung wurde laut singend und tanzend offenbart.

Die Trommel ist wieder laut ertönt (während der Fastenzeit wurde sie nicht gespielt).

Die Glocke wurde geläutet und alle plazierten ihre Kerzen unterhalb der Glocke.

Wir sind am Friedhof vorbei marschiert und haben laut gesungen, gelacht, getanzt und Jesus gepriesen! Die Atmosphäre war so berauschend, dass man es nicht in Worte fassen kann!

(Solch eine ähnliche Allnightprayersession hatten wir zwei Wochen später in Mesimothlabe: aus mindestens zehn verschiedenen Kirchen waren Youth anwesend, um die kapellenähnliche Kirche wiederzubeleben.)

Bis früh morgens um sechs hat dieser Gottesdienst angehalten. Und um sechs Uhr ging es weiter mit dem nächsten Gottesdienst, an dem auch VEM-Vertreter anwesend waren und gepredigt haben. Die Diakonin Regine Buschmann hat sogar behauptet, dass sie noch nie bei einem Chorgesang so viel Gänsehaut gespürt hatte wie hier in meiner Kirche. Wir hätten sehr wunderschön gesungen und hätten viele außergewöhnliche Stimmen mittendrin. J

An demselben Abend hatten wir zum Abschluss des Eastercamps einen Dinnerabend und an dem Folgemorgen einen morgendlichen Besuch einiger VEM-Vertreter.

Zusammengefasst: Dieses Eastercamp wird für Ewig in mein Gedächtnis bleiben. Ein Camp mit tollen Menschen, Spaß und neuen Begebenheiten.

Wie ich oben kurz erwähnt habe, hatten wir sogar Muttertag am 8. Mai groß gefeiert: Für jede Mutter wurde ein Obstkorb vorbereitet und die Kinder im Kinderchor haben ein Geschenkpaket erhalten, welches eine Spende war.  

Die Mütter sind dann im Takt der Trommel zum Altar hingetanzt und haben sich ihr Obstkorb abgeholt. Wahrlich ein Feiertag, das gefeiert werden sollte. Denn immerhin, was wären wir ohne Mütter? Eine kinderlose Welt. Prinzipiell sogar eine menschenlose Welt. Und mit diesem Hintergedanken werden die Mütter speziell geehrt.

Und im Juni werden wir auch Vatertag extra feiern.

 

Meine Erkenntnis also: Dadurch, dass im Chor aktiv bin, kriege ich das Kirchenleben hautnah mit. Einerseits standen wir schon oft Menschen bei, deren Familienmitglieder aus dem Leben geschieden sind, und andererseits nahmen wir auch schon an Prozessionen der Vereinigung zweier liebender Menschen teil. Youth scheint überall einbisschen aktiv... Zwar nicht in Diskussionen und Entscheidungen intern, aber im aktiven Leben des Glaubens.

 

Wie wird mein Glauben ausgelebt? Was für Einfluss hat der Glauben auf mein soziales Leben? Ich glaube, dass diese Fragen sehr gut in diesem Rundbrief beantwortet wurde. Ohne mein Glauben, hätte ich keine Verbindung zur VEM, keine Verbindung zur ELCB, keine Verbindung zum Chor, keine Verbindung zu meiner Familie und meinen Freunden hier. Der Glaube ist  also das Licht und der Wegweiser hier in mein Leben. Und dieser Bestandteil meines hiesigen Leben will ich auch nach mein Freiwilligenjahr im guten Gedächtnis behalten.

 

Was bedeutet es also gläubig zu sein?

Es reicht meiner Meinung nicht aus einfach zu sagen „Ich bin gläubig. Punkt.“ Wenn man gläubig ist, braucht man irgendeine Verbindung zu dem Gott. Wenn man z.B. gläubig als Christ ist, glaubt man an den allmächigen Gott, seinen eingeborenen Sohn und den Heiligen Geist. Man muss nicht automatisch alles in der Bibel, z.B. die Welterschafffung, wortwörtlich nehmen. Zwischendurch ein Gebet sollte zum Gläubigsein dazugehören. Immerhin ist das eine Art Verbindung zu Gott.

Im Vergleich dazu praktiziert ein „Religiöser“ seinen Glauben auch in der Öffentlichkeit, indem er z.B. die Kirche besucht.

Wichtig als Christ ist es auch, sich nach den christlichen Werten zu richten: Nächstenliebe, Zehn Gebote, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit... Und diese christlichen Werte machen das Christsein zum Größtenteil aus.

Wenn alle so leben könnten... dann würde die Welt friedlich sein... aber so ist die Wirklichkeit leider nicht. Eine utopische Vorstellung.

 

Und mit einer glücklichen Botschaft will ich mein Rundbrief beenden: Meine Schwester hier, Amantle, wurde mit ein Babymädchen gesegnet. Leboko, übersetzt: Gedicht, ist ihr Name. Wahrlich ein Segen. :)

Gesund und wohlbehalten wurde sie am 29. April geboren.

Gott passt auf uns auf!

 

Aufwiedersehen! Bis zum nächsten Rundbrief

 

Eure Dintle

 

 

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Kommentare

  1. 1. Hartmut Päper  |  29 Juni 2016, 17:27

    Wie schon 1. Rundbrief- Well done!!
    Gute und sehr philosophische Gedanken zum Glauben und Christsein. Dazu gehört aber auch die Toleranz gegenüber anderen Gottesbildern wie Deismus und Pantheismus, die nicht von der Hand zu weisen sind incl.
    der Möglichkeit, dass Gott zwar die Welt und den Menschen erschaffen hat. Das er dem Menschen aber auch einen freien Willen gegeben hat, in den ER nicht interveniert, ansonsten hätte ER dem Menschen den fW nicht gegeben/geben brauchen. Was die berühmt-berüchtigte Theodise-Frage beantwortet, bzw. sie überflüssig macht. Es ist der Mensch, der die Welt entweder zum Himmel oder die Hölle auf Erden macht.
    Alles Gute für den Rest Deiner Mission.
    LG Hartmut

 

 

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